Immobilie erwerben ohne Trauschein – aber sicher!

  • Finanzierung / Förderung

- 2015 lebten in Deutschland rund 2,8 Millionen Paare in nicht ehelicher Gemeinschaft – Tendenz steigend. Wollen sie ein Haus kaufen, bauen oder modernisieren, sollten sie klare Vereinbarungen treffen.

Beim Erwerb einer Immobilie geht es um viel Geld und langfristige Verpflichtungen. Wenn Paare ohne Trauschein den Wunsch nach einer eigenen Immobilie haben und den Erwerb zusammen  finanzieren, ist der gemeinsame Eintrag ins Grundbuch ein wichtiger Schritt. „Steht nur ein Partner als Eigentümer im Grundbuch, hat der andere grundsätzlich keine Rechte an der Immobilie“, erläutert Rüdiger Grimmert von der BHW Bausparkasse. Er rät allen nicht ehelichen Paaren, sich vertraglich abzusichern. Das gilt auch für den Fall, dass ein Partner das Grundstück stellt und der andere die darauf befindliche Immobilie finanziert. „Dem Eigentümer des Grundstücks gehört grundsätzlich alles, was sich darauf befindet“, so Grimmert. Rechtlich vorsorgen sollte man auch dafür,  dass ein Partner in die Renovierung einer Immobilie investiert, die im Alleineigentum des anderen Partners steht. Das können eigene Finanzierungsbeiträge oder auch Arbeitsleistungen sein.

Notarielle Beurkundung schafft Sicherheit

Häufig werden die Kredite so gestaltet, dass beide Partner haften. Kann oder will einer der Partner nach einer Trennung nicht mehr zahlen, muss der andere zu 100 Prozent für den Kredit einstehen. „Daher sollte man mit der Bank von vornherein festlegen, wer mit welchem Anteil für die Rückzahlung haftet“, empfiehlt BHW Experte Grimmert. Alle wichtigen Vereinbarungen sind grundsätzlich notariell zu beurkunden. Dazu gehört auch die Regelung, wer bei einer Trennung in der Immobilie bleibt und wie der andere Partner abgefunden wird. Auch für einen Erbfall sollten Paare frühzeitig vorsorgen. Ohne Trauschein dürfen sie kein gemeinschaftliches handschriftliches Testament einreichen.